Was Sie auf natürliche Weise gegen Wassereinlagerungen tun können

Störende Wassereinlagerungen sind weit verbreitet. Dabei muss es sich nicht immer um eine schwere Form auf Basis einer organischen Erkrankung handeln. Häufig wird das Anschwellen der Finger, Fußknöchel oder Augen als störend bemerkt. Auch Oberschenkel oder Oberarme können an manchen Tagen viel mehr „Dellen“ zeigen als sonst und werden von den Betroffenen mit „ich habe Wasser“ kommentiert.

Schwellungen (Ödeme) entstehen, wenn Wasser aus den Blut- oder Lymphgefäßen in das umliegende Gewebe gelangt und sich dort sammelt. Von einem Ödem spricht man, wenn das Eindrücken mit dem Finger eine vorübergehend sichtbare Delle hinterlässt. Wassereinlagerungen ohne schwerwiegende Ursache sind sehr häufig. Das tröstet nicht unbedingt, stören tut es nämlich trotzdem.

 

Was begünstigt Wassereinlagerungen?

  • Große Hitze
  • Bewegungsmangel: Langes Stehen und Sitzen
  • Salzhaltiges Essen, zu viel Glutamat (Geschmacksverstärker)
  • Viel Zucker, Fast-Food, Kaffee, Cola, Energydrinks
  • Crash-Diäten, Alkohol, Nikotin
  • Übergewicht, Übersäuerung
  • Das Übereinanderschlagen der Beine, hohe Schuhe
  • Schwangerschaft, bei manchen Frauen die Zeit vor der Monatsblutung, Hormoneinnahmen
  • Medikamente wie Entzündungshemmer, Blutdrucksenker, Antidepressiva oder gegen Diabetes
  • Krankheitsbedingte Ursachen an Herz, Leber, Nieren, Venen oder Schilddrüsenunterfunktion. Eingeschränktes Lymphsystem durch eine zu geringe Anzahl oder zu engen oder weiten Lymphgefäßen

 

Das können Sie selbst gegen Wassereinlagerungen tun

Bei Wassereinlagerungen ohne schwerwiegende Ursache kann man selbst aktiv werden. Doch auch bei Ödemen auf Basis einer Erkrankung kann die konventionelle Therapie mit ganzheitlichen Methoden, auf natürliche Weise, eine hilfreiche Ergänzung finden. Und gerade für Menschen, die entwässernde Medikamente, also Diuretika, einnehmen müssen, kann der extreme Eingriff in den Wasserhaushalt das Ausscheiden von zu vielen Mineralstoffen und Vitaminen bedeuten. Eine vitalstoffreiche Ernährung lohnt sich dann doppelt.

Bewegung: In der Lymphflüssigkeit werden Nährstoffe zu den Zellen hin und Stoffwechselabfallprodukte von den Zellen weg transportiert.

  • Der Lymphfluss wird durch Muskelbewegung in Gang gehalten.

 

Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt: Säuren und Schlacken lassen das Blut dickflüssiger werden und können die feinen Blutgefäße verstopfen. Bei einer Entsäuerung wird das Blut wieder dünnflüssiger. Je flüssiger das Blut ist, desto besser kann es all seine Transportaufgaben erledigen.

  • Obst und Gemüse, Salat, Kräuter, Algen, Sprossen und Keime und sehr viel stilles Wasser oder Kräutertee, wirken basenbildend.


Gegen zu viel Östrogen: Östrogen ist ein wichtiges Hormon, das bei Frauen für eine glatte Haut, schöne Haare und ein straffes Bindegewebe sorgt. Zwischen der Bildung von Wasser im Körper und dem Hormon Östrogen besteht ein ursächlicher Zusammenhang. Durch Stoffe in Alltagsprodukten, die die Östrogenbildung anregen (dazu gehört auch die Antibabypille) kann sich das Hormongleichgewicht verschieben. Man spricht von einer Östrogendominanz, wenn zum Beispiel das Verhältnis Östrogen zu Progesteron gestört ist. Zu viel Östrogen, zu wenig Progesteron.

Dieses Hormonungleichgewicht wird durch Produkte des täglichen Gebrauchs verstärkt. Hormonwirksame Substanzen finden sich in Plastik-Weichmachern wie BPA (Bisphenol A), in Pflegeprodukten und in Arzneimitteln.

  • Meiden Sie Lebensmittelverpackungen und Aufbewahrungsboxen mit BPA. Achten Sie beim Kauf Ihrer Pflegeprodukte darauf, dass keine Parabene enthalten sind. Diesen Inhaltsstoff werden Sie schnell entdecken: Er endet immer auf „-paraben“ wie beispielsweise Methylparaben oder Isopropylparaben.

 

Den Salzhaushalt nicht überlasten: Salz bindet Wasser. Grundsätzlich ist Salz nicht schlecht sondern lebensnotwendig. Bei einer Ernährung mit vielen Fertiggerichten verliert man die Menge jedoch schnell aus den Augen. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt weniger als einen Teelöffel Salz am Tag. Das sind ungefähr 5 Gramm. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) liegt mit ihrer Empfehlung ähnlich, nämlich bei maximal 6 Gramm pro Tag. Tatsächlich nimmt der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung jedoch mehr als 8-10 Gramm täglich zu sich.

  • Bevorzugen Sie frische statt verarbeitete Lebensmittel, denn dort steckt außer Zucker auch viel Salz drin. Weniger als ein Teelöffel am Tag wäre vorteilhaft.

 

Für eine Eiweißbalance sorgen: Bei Eiweißmangel wandert Wasser aus den Blutgefäßen in das Gewebe, da der Körper Proteine braucht, um das Wasser in den Blutgefäßen zu halten.

Ähnliches passiert bei der Kombination von eiweißreicher Kost mit Salz. Wie zum Beispiel in industriell verarbeiteter Wurst und Käse.

  • Nutzen Sie gute Einweißquellen.
  • Reduzieren Sie den Verzehr von Wurst und Käse.


Die Kräuter der Natur nutzen: Zu den harntreibenden Kräutern (auch als Tee) gehören:

  • Birkenblätter, Brennnessel, Eschenblätter, Quecke, Goldrute, Ingwer, Löwenzahn, Petersilie, Rosskastanie, Steinklee und Zitronenmelisse.


Von der Kraft der Vitalstoffe profitieren: Kalium wirkt entschlackend und entwässernd. Starke Kaliumlieferanten sind:

  • Ananas, Bananen, Birnen, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Holunder, Johannisbeeren, Rhabarber, Wassermelone, Weintrauben, Zitrone.
  • Spinat, Artischocke, Fenchel, Gurke, Karotten, Kartoffeln, Kopfsalat, Kürbis & Kürbiskerne, Blumenkohl, Meerrettich, Reis, Rettich, Sauerkraut, Sellerie, Spargel, Tomaten, Zucchini.

Und allesamt helfen auch noch den Säure-Basen-Haushalt in Balance zu halten.

 

Gefäßtraining: Schon Sebastian Kneipp erkannte die herausragende Wirkung der Kälteexposition.

  • Kneippsche Anwendungen mit kaltem Wasser von außen zum Herzen hin fördern die Durchblutung und wirken wie ein Gefäßtraining.

 

Selbstmassage mit der Faszienrolle: bringt Bewegung in den Lymphstrom und fördert die Durchblutung.

  • Durch das Rollen wird das fasziale Gewebe wie ein Schwamm ausgepresst. Anschließend strömt frische Gewebsflüssigkeit in das massierte Gewebe zurück.

 

Fuß über Herz: Das Hochlagern der Beine entlastet enorm.

  • Ganz ideal, wenn die Beine über der Höhe des Herzens liegen.
  • Barfuß laufen tut auch gut. Es fördert die Durchblutung der Sohlen, kräftigt die Beine und stärkt Muskeln, Bänder und Gelenke.
  • Auch sehr förderlich ist das Ausstreichen der Beine. Üben Sie Druck beim Streichen immer nach oben hin aus, also Richtung Herz.

 

Venenpumpe: Heben Sie mindestens 20 Mal, abwechselnd oder gleichzeitig, die Fersen vom Boden ab.

  • Mit dieser Pumpbewegung wird der Rücktransport von Blut und Lymphe aus den Unterschenkeln angeregt. Damit wirken Sie geschwollenen Füßen nach langem Sitzen oder Stehen entgegen. Die Venen-Pumpe kann auch im Sitzen durchgeführt werden.
  • Treppensteigen wirkt übrigens auch wie eine Venenpumpe und fördert die Durchblutung und den Lymphfluss.

 

Kein Stillstand: Nicht länger als eine Stunde sitzen.

  • Stehen Sie so oft als möglich auf, um ein paar Schritte zu gehen.

 

Machen Sie es sich bequem: Bequeme Kleidung, die in der Leiste und am Bauch nicht einschnürt, ist das A und O.

  • Besonders in der Leiste, in der wichtige Lymphbahnen liegen, sollte nichts den Lymphfluss behindern.

 

Vibrationstraining: Mit Übungen auf der Vibrationsplatte wird die Muskulatur mehrdimensional gefordert und auch kleine sowie tiefliegende Muskeln und Muskelgruppen trainiert.

  • Das fördert die Durchblutung und hilft Wassereinlagerungen zu reduzieren.

 

Lymphdrainage: Die apparative Lymphdrainage entlastet das Gefäßsystem.

  • Durch die Kompression wird der Lymphfluss angeregt, sodass venöses Blut besser fließen kann. Das passive Gefäßtraining unterstützt die Durchblutung und Nährstoffversorgung des Gewebes und verschönert das Hautbild.