Endlich frei von Nackenschmerzen

Warum uns Stress und die digitale Welt im Nacken sitzen

Nackenverspannungen gibt es vermutlich so lange wie die Menschheit. Als Ursachen können eine falsche Haltung, einseitige Belastung, verschobene Halswirbel oder einfach das Alter dienen. Vergessen wird oft eine Hauptursache: Stress! Und wäre das nicht genug, beschert uns die digitale Welt eine weitere Herausforderung für die empfindliche Nackenregion.

 

Was sitzt Ihnen im Nacken?

Nackenbeschwerden kennt fast jeder. Zu prüfen ist, ob es um spezifische (verletzungs- oder krankheitsbedingt) oder unspezifische (bringt der Alltag mit sich), um kurzzeitig oder chronische Beschwerden handelt.

 

Spezifische Ursachen sind kritisch, dafür selten

Wenn Schmerzen bis in die Arme ausstrahlen oder sich die Hände pelzig anfühlen, könnte ein eingeklemmter Nerv oder ein Vorkommnis in der Wirbelsäule schuld sein. Zu den spezifischen Ursachen gehören Verletzungen, wie durch ein Schleudertrauma, Bandscheibenvorfälle, Arthrose oder Nebenwirkungen durch Medikamente.

  • Medizinisches Eingreifen ist nötig.

 

Ursachen für unspezifische und kurzzeitige Beschwerden sind meist sehr simpel,

und könnten diese Gründe haben:

  • In einer ungünstigen Position auf dem Kopfkissen gelegen haben.
  • Zugluft abbekommen.
  • Lange und angespannt vor dem Bildschirm oder im Auto zugebracht.

Das lässt sich leicht beheben: Wärme in Form von Wärmekissen, Wärmelampe oder Massage schaffen schnell Abhilfe.

 

Ursachen für unspezifische und langfristige Beschwerden sind am häufigsten

Muskuläre Verspannungen sind die häufigste Ursache für Beschwerden im Nacken. Hier gilt: die Summe macht’s. Es geht weniger darum ab und zu eine ungünstige Körperhaltung einzunehmen oder etwas nicht rückengerecht gehoben zu haben. Ins Gewicht fallen die vielen alltäglichen Gewohnheiten in Aktionen, Reaktionen, Bewegungsabläufen und der Haltung. Diese begleiten uns über Jahrzehnte und summieren sich zu einer untragbaren Belastung.

 

Dazu gehören:

  • Körperlich schwere Arbeit kombiniert mit einseitiger Belastung (wie beispielsweise bei Pflegekräften oder im Handwerk).
  • Falsche Sitzposition am Arbeitsplatz und falsche Kopfhaltung bei Lese- oder Bildschirmtätigkeit.
  • Eine allgemein ungünstige Körperhaltung, die die Schwerpunktachse verlassen hat, wie z.B. nach vorne fallende Schultern.
  • Auch ein Ungleichgewicht der Muskulatur zwischen Oberschenkelvorder- und Rückseite sowie zwischen Hüftbeuge- und Gesäßmuskulatur oder zwischen der Brust- und der Muskulatur des oberen Rückens kann einen Rundrücken bewirken. In Verbindung mit einer schwachen Bauchmuskulatur fällt der Brustkorb nach vorne ein, sodass der Nacken konstant überstreckt werden muss, um den Kopf gerade zu halten.

 

Ein neues Phänomen:

Der Handynacken Das Straßenbild der Neuzeit oder egal wo wir sind, zeigt Menschen mit gesenktem Blick. Durch die stetig nach unten geneigte Kopfhaltung wirken enorme Belastungen auf die Wirbelsäule.

Wandert der Kopf immer weiter nach vorne, befindet er sich nicht mehr innerhalb der Schwerpunktachse. Die Nackenmuskulatur muss dieses Missverhältnis ausgleichen und verkrampft.

 

UNTERSCHÄTZTE URSACHE:

Stress Bei jeder Art von Druck spannt sich die Nackenmuskulatur an und die Schultern werden hochgezogen, um die empfindliche Nackenregion zu schützen. Ein Schutzreflex aus der Steinzeit. Simulieren Sie einfach mal den Moment des Erschreckens und spüren Sie was sich anspannt. Ähnliches passiert bei Druck und Stress, nur nicht so massiv dafür langandauernd.

 

Praktische Tipps für einen entspannten Nacken:

Sind Nackenschmerzen stressbedingt, ist jede Art von Entspannung hilfreich.

  • Wenn Sie sich in einer Situation mit Druck mit hochgezogenen Schultern und verspanntem Nacken wiederfinden, dann atmen Sie ein paar Mal tief durch die Nase ein und langsam durch den Mund aus. Beim Ausatmen schenken Sie dem Absenken der Schultern besonders viel Aufmerksamkeit.
  • Wenden Sie Entspannungsmethoden wie die Jacobson Muskelrelaxation an. (Einen gratis Download als Audio erhalten Sie im Online-Coaching Bereich des Jungbrunnen Portals)

 

Bei viel Schreibtischtätigkeit:

  • Achten Sie darauf, dass Sitzhöhe und Blickwinkel sowie Beleuchtung ergonomisch korrekt eingestellt sind.
  • Je konzentrierter und vertiefter man bei einer sitzenden Tätigkeit ist, desto mehr sackt man in sich zusammen. Schicken Sie immer wieder Aufmerksamkeit in Ihren Nacken wenn Sie lesen, arbeiten oder fernsehen.
  • Verlassen Sie eine Haltung so oft als möglich (immer wieder aufstehen).

Bei muskulär bedingten Nackenschmerzen droht eine unbewusste Schonhaltung. Da die betroffene Muskelregion jedoch ohnehin durch die dauerhafte Spannung verkürzt ist, verstärkt eine Schonhaltung die Verkürzung und die Beschwerden. Die Lösung: sanfte Mobilisation!

  • Schauen Sie frontal in den Spiegel und prüfen Sie wieweit Sie Ihre Schultern fallen lassen können. Wenn Sie Rechtshänder sind, könnte es sein, dass Ihre rechte Schulter höher sitzt als die linke. Ziehen Sie dann 10x die rechte Schulter hoch zum Ohr und lassen Sie sie fallen (Linkshänder analog).
  • Zur Dehnung des Nackenmuskels wird lediglich der Kopf bewegt. Das Führen des Kinns zur Brust für einen langen Nacken und sanftes Neigen sowie Drehen des Kopfs sind die einfachsten und wirkungsvollsten Übungen zur Mobilisation.
  • Eine noch intensivere Wirkung haben Sie, wenn Sie eine Seite fixieren. Sie sitzen auf einem Stuhl und fixieren seitlich die Fingerspitzen unter der Stuhlkante. Das hilft Ihnen die Schulter tief zu ziehen. Neigen Sie den Kopf zur anderen Seite und leicht nach vorne. Sie werden spüren wo es Ihnen gut tut.
  • Dehnen Sie unbedingt auch die vordere Schulter- und Brustmuskulatur. (Fragen Sie Ihren Gesundheitscoach nach entsprechenden Übungen!)
  • Nutzen Sie die lösende Wirkung einer Faszienrolle. Sie liegen entspannt auf dem Boden, legen die Rolle in den Nacken und drehen den Kopf sanft von einer zur anderen Seite.
  • Wärme und Massagen helfen ebenfalls bei der Lockerung.